Seit über 335 Jahren beste Eichbaum Biere

Vor über 335 Jahren gründete der Wallone Jean de Chaine in Mannheim eine Schankwirtschaft mit angeschlossener Hausbrauerei, die er nach der deutschen Übersetzung seines Familiennamens Eichbaum benannte. Daraus entwickelte sich bis heute eine der größten und leistungsfähigsten Brauereien Baden-Württembergs. Sie ist das älteste Unternehmen Mannheims, das seit Gründung zwar an verschiedenen Standorten, aber immer in Mannheim seinen Sitz hatte und auch heute einen wesentlichen Faktor des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens der Quadratestadt darstellt.

Hier finden Sie einen Zeitablauf mit den wichtigsten Ereignissen. Wenn Sie es geanauer wissen wollen, können Sie im Buchhandel die Eichbaum-Chronik bestellen:


  • ISBN-10: 3897357410
  • ISBN-13: 978-3897357419

 

Das große Bild zeigt übrigens den Gründungseintrag von Eichbaum: das Ratsprotokoll aus dem Jahre 1679 mit der Schildgerechtigkeit= Schank- und Brauerlaubnis:  „… ein Schildt zum Aichbaum auszuhencken…“

Kurzchronik

1679
In Mannheim wird die Brauereiwirtschaft "Zum Aichbaum" von Jean de Chaine gegründet.

Am Freitag, dem 3. Oktober 1679, schlägt die Geburtsstunde der „Eichbaum-Brauerei“. Dieses Datum bezieht sich allerdings auf den Julianischen Kalender. Er war damals in der vom reformierten Kurfürsten Karl Ludwig regierten Kurpfalz noch gültig. Heute wird allgemein die 1582 von Papst Gregor XIII. eingeführte Zeitrechnung verwendet. Im 17. Jahrhundert beachteten sie allerdings nur katholische Landesherren. Nach dem Gregorianischen Kalender jedenfalls schrieb man bereits den 13. Oktober. Wie auch immer, an jenem Freitag beschäftigte sich der Mannheimer Rat unter Leitung des Stadtdirektors Heinrich Clignet mit dem Gesuch des Bürgers Jean de Chaine, in seinem Haus in Q 5, 23–24 eine Brauwirtschaft betreiben zu dürfen.
Um diese geht es also am 3. Oktober 1679 im Mannheimer Rathaus. Und de Chaine ist erfolgreich: Der Rat bewilligt ihm, wie im Ratsprotokoll zu lesen ist, einen Schildt zum Aichbaum außzuhenken, ahn seine Behaußung in der Mauritzgaßen, der heutigen Fressgasse.


1689
Zerstörung der Braustätte "Zum Aichbaum" im pfälzisch-orléanischen Erbfolgekrieg.

Nach der Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg lag Mannheim für fast zehn Jahre in erzwungener Agonie. Erst der Frieden von Rijswijk 1697 und die Aufforderung des neuen Kurfürsten Johann Wilhelm zur Rückkehr der Flüchtlinge in die Pfalz leiteten die Wende ein. Während Mannheim so seine dritte Stadtgründung binnen eines Jahrhunderts erlebte, ließ die Wiedergeburt der Brauwirtschaft „Zum Eichbaum“ noch einige Jahre auf sich warten. Das Domizil in Q 5 war wie die anderen Anwesen in der Stadt gänzlich zerstört.


1717
Wiederaufbau Eichbaum-Stammhaus "Zum grünen Eichbaum" durch Johannes Blanckart in P5, 9-10.

Erst 1717 lebt die Schildgerechtigkeit „Zum grünen Eichbaum“ wieder auf. Sie erwirbt der 1664 in Hanau geborene Jean Blancard (Plancard), der einer wallonischen Bierbrauer-Familie entstammt. Inzwischen längst in der neuen Heimat integriert, nennt er sich bereits eingedeutscht Johann Blanckart, als er 1692 als Heidelberger Bürger aufgenommen wird. Sechs Jahre später, im Jahr 1698, scheint er zu den ersten gehört zu haben, die der Werbekraft der neuen Mannheimer Stadtprivilegien vertrauten. 1705 erwirbt Blanckart das Mannheimer Bürgerrecht. Offenbar laufen seine Geschäfte als Bierbrauer und Wirt so gut, dass er 1717 ein zusätzliches Haus in P 5, 9 für 300 Gulden kauft und für dieses Anwesen ebenfalls eine Schildgerechtigkeit beantragt.


Eichbaum Stammhaus P5, 9

1723
In Mannheim gibt es eine erste Bierbrauer Zunftornung

So erließ Kurfürst Karl Philipp 1723 eine Mannheimer Bierbrauer-Zunftordnung, die 1746 auch von seinem Nachfolger Karl Theodor bestätigt wurde. Nicht weniger als 69 Bierbrauer bei 50 Brauhäusern wurden in die Zunft aufgenommen – bei rund 9 000 Bewohnern der Residenzstadt, von denen knapp ein Drittel Hof, Garnison und Bedienstete ausmachten.

Dass die Errichtung der Zunft ihr Ziel erreichte, ihren Mitgliedern ein auskömmliches Geschäft zu sichern, beweist die Tatsache, dass die Zahl der Brauhäuser Mitte des 18. Jahrhunderts trotz Verdopplung der Einwohnerzahl nur um zwei Fünftel auf 71 gestiegen war.
Der „Grüne Eichbaum“ gehört jedenfalls zu den fest etablierten Brauwirtschaften in Mannheim. Als Inhaber ist 1733 ein Johannes Werner Ziegler genannt, der zwei Jahre zuvor Katharina Elisabeth, die Witwe von Philipp Michael Blanckart geheiratet hatte. 1735 erweitert das Paar sein Anwesen in P 5 um das Nachbarhaus, das es für 500 Gulden erwirbt.




1820
Die Familientradition Blanckart-Mayer endet

1820 erhielten die Erben des Ende 1817 verstorbenen Johann Philipp Mayer für das Brauhaus „Zum grünen Eichbaum“ 10 000 Gulden von Philipp Dewald, der hier bereits seit 1817 als Braumeister wirkte. Damit erlosch die vor über 100 Jahren begründete Familientradition Blanckart-Mayer im „Grünen Eichbaum“ in P 5.
Dem neuen Eigentümer der Brauwirtschaft „Zum grünen Eichbaum“ bleibt nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg versagt. Im März 1827, nur sieben Jahre nach dem Kauf, kommt sein Anwesen in P 5 samt allen zur Bierbrauerei gehörigen Geräthschaften zur Versteigerung. Den Zuschlag für 150 Gulden erhält der 24-jährige Braumeister Heinrich Forschner, Sohn des Ochsenwirts aus Schriesheim.

INVENTAR DES BRAUHAUSES „ZUM GRÜNEN EICHBAUM“ ANNO 1820
2 Stückfässer, zwei und einen halben Fuder haltend, ein jedes mit 8 eisernen Reifen, 5 Stückfässer, ein Halbfuder, mit 6 eisernen Reifen, 12 Stück Fuderfässer mit 6 eisernen Reifen, 11 Stückfässer, von 3-42 Ohm haltend, mit 6 eisernen Reifen, Stück dto. und 1, von 12-22 Ohm haltend, mit 6 dto. Ferner im Brauhaus: eine Bierpumpe, ein Ausschöpf und ein kleines Schöpffaß, 2 Zuber in Eisen gebunden, 10 große ovale Brenken in Eisen, 3 Mastgabeln und 5 Bändel, 1 Faßwinde, 1 Ausschöpfkorb. Auf dem Speicher: eine Malzfege, ein Hopfen- und 3 Malzkörbe, 1 Waage von Eisen. Im Brauhaus: eine Kühltonne, ein Biertosselfaß und eine Mühle nebst 5 Ständern in Eisen gebunden, wie auch ein Läterungsfaß mit einer Pumpe und ein halb Ohm-Faß in Eisen gebunden zu Branntwein. In der Wirtsstube: 6 große eichene und ein kleiner Tisch, ferner ein kleiner tannener Tisch, 3 doppelte tannene Bänke mit Lehnen, 3 einfache tannene Bänke mit Lehnen, 2 einfache tannene Bänke ohne Lehnen, 15 Stühle, 1 Standuhr mit eichenem Kasten, 1 Dambrett. In der Einschank: 1 Wasserzuber mit Eisen gebunden, 1 Bierbrenk in Kupfer gebunden. In dem Nebenzimmer: 2 große eichene Tische und ein kleiner eichener Tisch.
Chronik Dittmar, zitiert nach: Eichbaum-Chronik seit 1679. Mannheim 1992, S. 67 f.

1851
Erwerb von Äckern in Käfertal – Bau eines Sommerbierkellers.

Die Bevölkerungszahl Mannheims, die nach langjähriger Stagnation seit Mitte der 1820er allmählich anstieg, steigerte sich nun kontinuierlich – sieht man von den Flüchtlingsverlusten nach der gescheiterten Revolution 1849 ab – auf 25000 Mitte der 1850er Jahre. Ein sichtbares Indiz für den Zukunftsoptimismus, der die Stadt ergriffen hatte, ist der Bau der ersten festen Neckarbrücke, der „Kettenbrücke“, die am 15. November 1845 eingeweiht wird.
Forschner scheint mit seinem Bierausstoß dieser Dynamik gefolgt zu sein. Da die Zahl der Mannheimer Braustätten Mitte des 19. Jahrhunderts auf 20 zusammengeschmolzen war, mussten die verbliebenen ihre Produktion erheblich steigern. Damit stellte sich immer drängender die Frage nach geeigneter Lagerhaltung. Doch für den Bau entsprechender Kühlkeller kam das innere Stadtgebiet nicht in Frage. Durch den Bau der „Kettenbrücke“ wurde nun das Gelände am nördlichen Neckarufer erschlossen. Gemeinsam mit seinem 34-jährigen Brauer-Kollegen Ignaz Rößler von der Brauwirtschaft „Zum Schneeberg“ ergreift Forschner die Chance und erwirbt einen Acker im 5. Sandgewann an der Straße nach Käfertal. Auf dem rund 2 200 qm großen Grundstück legen die beiden Bierbrauer in 10 m Tiefe einen fast 100 m langen so genannten Sommer-Bierkeller an. Dies war der Grundstein für die Ansiedlung der Brauerei in Käfertal.
Das Geschäftsjahr 1886/87 bringt dann einen denkwürdigen Durchbruch: Erstmals übersteigt der Bierausstoß die Marke von 100 000 hl. Diese Menge konnte natürlich nicht mehr in Mannheim allein abgesetzt werden. Bereits 1885 hatte sich „Eichbaum“ auf der Weltausstellung in Antwerpen präsentiert – und eine Goldmedaille gewonnen. Hauptabsatzgebiet blieb vorerst jedoch die Region, Lieferungen gingen aber auch in weiter entfernte deutsche Gebiete und nach Frankreich.
Auf dem Bild ist die Brauerei in der Käfertalerstrasse im Jahre 1890 zu sehen.

 




1900
Die Eichbaum Brauerei verfügte seinerzeit über 32 Wagen für den Biertransport.

Um 1900 ist die Zahl der „Eichbaum“-Beschäftigten auf 147 gestiegen, davon 13 Bürobeamte sowie vier leitende Angestellte in der Produktion. Die Brauerei unterhält inzwischen einen Fuhrpark mit 32 Wagen und 50 Pferden zur Auslieferung des Biers an die örtlichen Wirtschaften und Verkaufsstellen sowie Eisenbahnwaggons für den Transport zu weiter entfernten Kunden.
Im März 1900 verstirbt Brauereidirektor Edmund Hofmann, der seit 1896 bei der „Eichbaum AG“ als Alleinvorstand fungierte, im Alter von nur 59 Jahren. Seinen Posten übernimmt sein 31-jähriger gleichnamiger Sohn, der bereits seit 1893, zuletzt mit Prokura, in dem Unternehmen tätig war. Edmund Hofmann jun. leitet in den folgenden 19 Jahren die Geschicke der „Eichbaum-Brauerei“ und gehört danach bis zu seinem Tod 1924 als Vorsitzender dem Aufsichtsrat der Aktiengesellschaft an.

 

1929
Die Eichbaum-Werger-Brauereien AG entstehen in Worms. Bügelverschlüsse sind im Einsatz.

1923 tritt Edmund Hofmann jun. noch in den Aufsichtsrat der Wormser „Werger-Brauerei AG“ ein, mit der „Eichbaum“ im selben Jahr eine Interessengemeinschaft eingegangen war. Seinerzeit spitzte sich die Inflationskrise dramatisch zu. Der Versailler Vertrag verpflichtete Deutschland zu riesigen Reparationsleistungen, mit deren Erfüllung man 1923 in Rückstand geraten war. Die Turbulenzen des Jahres 1923 führten zu der Kontaktaufnahme zwischen „Eichbaum“ und der „Werger-Brauerei“ in Worms. Am 10. Oktober einigten sich Vorstände und Aufsichtsräte beider Gesellschaften, ihre unternehmerischen Interessen zu koordinieren. Zu diesem Zweck sollten die „Eichbaum“-Aktien in „Werger“-Aktien getauscht werden. Allerdings sollte „Eichbaum“ seine unternehmerische Selbstständigkeit behalten. Louis Rühl, der seit Anfang 1924 in den Vorständen beider Brauereien saß, repräsentierte die Klammer zwischen den Unternehmen.

Die schon bestehenden engen Beziehungen gingen 1929 in eine gesellschaftsrechtliche völlige Verschmelzung über. Das neue Unternehmen firmiert künftig als „Eichbaum-Werger-Brauereien AG“ mit Sitz in Worms, wobei beide Betriebe in Mannheim und Worms mit ihrem bisherigen Personalbestand erhalten bleiben und selbstständig weitergeführt werden sollen.


1940-45
Zerstörungen im 2. Weltkrieg

Anfang der 40er Jahre hatte der Krieg auch Mannheim ganz unmittelbar erreicht. Im Dezember 1940 erlitt die Stadt das erste Flächenbombardement durch die Royal Air Force. Bis Kriegsende wurde Mannheim über 150-mal Ziel alliierter Luftangriffe. Im Mai 1945 waren drei Viertel der Bausubstanz zerstört oder beschädigt, die Hälfte der Wohnräume war unbenutzbar.
Obwohl der Zerstörungsgrad der Industrieanlagen erstaunlicherweise hinter dem der Wohnbauten zurückblieb, hatte die „Eichbaum-Brauerei“ schon früh Schäden zu verzeichnen. Bei dem Nachtangriff des 9./10. Mai 1941 ging eine Bombe vor dem Sudhaus nieder. Ihre Druckwelle zerschlug einige Fenster. Schlimmer war, dass der erst 45-jährige Braumeister Georg Riedlinger einen Schlaganfall erlitt und starb.

 

1945-1968
Nachkriegszeit

Während bisher die Wormser Brauerei bei der produzierten Biermenge von „Eichbaum-Werger“ die Nase vorn hatte, trägt Mannheim seit 1945 den größeren Anteil zum Gesamtausstoß bei. Dieser übertrifft im Geschäftsjahr 1950/51 erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder die 100 000-hl-Marke. 1954/55 sind es bereits mehr als 200 000 hl, drei Jahre später sogar über 300 000 hl. Auch die Gewinne entwickeln sich zufriedenstellend, so dass 1950/51 wieder eine Dividende von 4 Prozent ausgeschüttet werden kann. Sie steigert sich bis 1958/59 allmählich auf 16 Prozent und bleibt bis 1966/67 auf diesem Niveau.
Vor der Sommersaison 1952 bringt die Brauerei eine neue Biersorte heraus: „Eichbaum Pilsener“. Mit seinem feinherben Geschmack drängt es allmählich das bisher vorherrschende vollmundige „Export“ zurück. Die Novität ist verbunden mit einer weiteren Neuerung. Die „Pilsener“-Flaschen erhalten erstmals Kronkorken statt des traditionellen Bügelverschlusses. Insgesamt gewinnt das Flaschengeschäft immer mehr an Bedeutung und macht 1953 bereits 45 Prozent des Gesamtverkaufs aus.
Auf den Flaschen ist das Doppelymbol mit Eichbaum und dem roten Ring der Werger Brauerei zu sehen.

 


1969
Am 1. Oktober 1969 wurde Eichbaum Ureich Pils der Öffentlichkeit präsentiert.

Trotz umfangreichen Investitionen schreibt „Eichbaum-Werger“ in jenen Jahren stets schwarze Zahlen. So sind Dividendenausschüttungen von 16 Prozent, 1963/64 sogar von 18 Prozent möglich. „Eichbaum-Werger“ partizipiert damit am „Wirtschaftwunder“, dem Konjunkturhoch, das die Entwicklung der frühen Bundesrepublik prägt. 1960 wurde das Grundkapital erhöht, um sich durch Tausch von eigenen Aktien gegen Anteile der „Frankenthaler Brauhaus AG“ mehrheitlich an diesem Unternehmen zu beteiligen. Nach einer neuerlichen Kapitalerhöhung wurden Aktienanteile von 92,3 Prozent bei der „Schwartz-Storchen AG“ Speyer bzw. 95,21 Prozent bei der „Frankenthaler Brauhaus AG“ erworben.
Nach zweijähriger Vorbereitung bringt „Eichbaum“ im Oktober 1969 sein Premiumpils „Ureich“ heraus. Die Exklusivität von „Ureich Pils“ unterstreicht nicht nur die 0,33-l-Ale-Flasche mit Silberhalsfolie, sondern auch ein eigens entwickeltes, elegantes Trinkglas, das nicht nur in der Gastronomie zum Einsatz kommt, sondern den Kunden auch direkt zum Verkauf angeboten wird. Der Erfolg des neuen Produkts übertrifft alle Erwartungen: Bereits im ersten Jahr können über 10 000 hl verkauft werden, 1973 hat sich der Ausstoß mehr als verdreifacht, 1976 überschreitet er die 50 000-hl-Marke.

 


1972
Der Firmenname Eichbaum-Werger-Brauereien AG wandelt sich in "Eichbaum-Brauereien AG.

Anfang des Jahres 1971 nimmt die „Eichbaum“-Geschichte eine jähe Wende. Überraschend wird bekannt, dass die Feitel-Erben in der Schweiz sowie die drei an „Eichbaum-Werger“ beteiligten Banken sich von ihren Aktienpaketen trennen wollen. Ihre Anteile gehen an die Frankfurter „Henninger-Bräu KGaA“. Dem „Eichbaum-Werger“-Vorstand gelingt es, in dem recht unübersichtlichen Konzerngeflecht für sein Unternehmen weitgehende Selbstständigkeit zu bewahren – nicht zuletzt wegen der regelmäßig in die Kasse von „Henninger“ fließenden, zufriedenstellenden Gewinne und der überzeugenden Produktivitätszahlen. Der Umfirmierung in „Eichbaum-Brauereien AG“ im Jahr 1972, weiterhin mit Sitz in Worms, folgt bei der Werbestrategie eine weitere Profilierung der Dachmarke „Eichbaum“.
1973 wird die "Durlacher Hof AG" übernommen. Der beachtliche Jahresausstoß von „Durlacher Hof“ in Höhe von 120000 hl musste nun in die Produktionslinie von „Eichbaum“ integriert werden. Mit der Übernahme von „Durlacher Hof“ steigt die Zahl die Mitarbeiter um rund 120 auf den höchsten Stand der „Eichbaum“-Geschichte: 777 Personen sind Ende 1973 in den beiden Betriebsstätten Mannheim und Worms beschäftigt.

 


1998
Dietmar Hopp übernimmt mehrheitlich die Brauereiaktien und führt das Unternehmen unter das Dach des Getränkeunternehmens Actris.

Im Herbst 1987 nimmt die „Eichbaum“-Geschichte eine allgemein überraschende Wendung. Die Brüder Michael und Günter Herz, die seit 1980 mehrheitlich an „Reemtsma“ beteiligt waren, trennten sich von ihren Brauerei-Aktivitäten. Unter mehreren Kaufinteressenten setzte sich schließlich die Rosenheimer „März-Gruppe“ mit der „Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank“ im Hintergrund durch. Senior-Chef Josef März hatte in kurzer Zeit eine beachtliche Brauerei-Gruppe erworben. Nachdem „Eichbaum“ 1990/91 die Marke von 1 Mio. hl übertraf, steigert die Brauerei ihren Ausstoß im Folgejahr erneut um 13,6 Prozent auf über 1,3 Mio. hl und kann dieses Niveau in den folgenden drei Jahren halten. Damit nimmt die Mannheimer Brauerei die Spitzenposition der Branche in Baden-Württemberg ein.
Dennoch trübte sich der Himmel über der Mannheimer Traditionsbrauerei ein. Seit den 90ern befand sich die Muttergesellschaft „Gebrüder März AG“ in Schwierigkeiten. Die zu rasche Expansion des Unternehmens hatte die finanziellen Möglichkeiten überdehnt, die Schuldenlast drohte den Mischkonzern zu erdrosseln. 1994 beunruhigten erstmals Verkaufsgerüchte die „Eichbaum“-Beschäftigten. 1998 erwirbt Dietmar Hopp ein qualifizierten Aktienmehrheit von „Henninger-Bräu“ samt deren Tochter „Eichbaum“ mit dem „Freiberger Brauhaus“ - später werden sie unter dem Dach der „Actris AG“ zusammengeführt.


2001
Die Marken Karamalz und Gerstel werden von Henninger übernommen.

Nachdem sich die mit der Fusion von „Eichbaum“ und „Henninger“ unter dem Dach der „Actris AG“ angestrebten positiven Effekte hinsichtlich Kosteneinsparung und Ertrag nicht in der prognostizierten Höhe einstellten, werden im Geschäftsjahr 2001, das wieder auf das Kalenderjahr umgestellt wurde, weitere tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen in Angriff genommen. Als erster Schritt zur Veräußerung der Frankfurter Brauerei wird ihr Geschäftsbetrieb zum 1. November 2001 in eine neu gegründete „Henninger-Bräu AG“ ausgegliedert. „Karamalz“ und „Gerstel“ bleiben beim „Actris“-Konzern und werden künftig in Mannheim gebraut und abgefüllt.


2010
Management-Buy-Out: Mit Jochen Keilbach selbstständig in die Zukunft. Umfirmierung zur Privatbrauerei Eichbaum GmbH & Co.

In den Folgejahren werden die "Odenwaldquelle Gmbh" und die "Park&Bellheimer AG" in den Actris-Verbund integriert, sowie das "Freiberger Brauhaus" veräußert. Schließlich trennt sich Hopp von seinen Beteiligungen und das Actris-Geflecht wird zerschlagen.
Nach Vorliegen einer „Machbarkeitsstudie“ sowie der Einigung über den Kaufpreis werden der Geschäftsbetrieb und die Wirtschaftsgüter der „Eichbaum-Brauereien AG“ zum 30. Dezember 2009 auf die neu zu gründende „Privatbrauerei Eichbaum GmbH & Co. KG“ übertragen. Damit wird am Jahresanfang 2010 ein neues Kapitel der über 300 Jahre alten „Eichbaum“-Geschichte aufgeschlagen. Die Privatbrauerei ist durch die Restrukturierungsmaßnahmen, die mit den leitenden Mitarbeitern und dem Betriebsrat abgestimmt sind, schlanker und damit effektiver geworden.