MEINE METROPOLREGION

„Ich fürchte, die Zeit wird viel zu schnell rumgehen“

Uwe Ochsenknecht, aufgewachsen als echter Monnemer Bub und heute einer der bekanntesten deutschen Schauspieler, über seine Paraderolle bei den diesjährigen Nibelungen-Festspielen in Worms, seine Verbindungen zur alten Heimat und das erste Bier, das er in seinem Leben getrunken hat.

EICHBAUM aktuell: Herr Ochsenknecht, Sie spielen in diesem Jahr die Hauptrolle bei den Nibelungen-Festspielen in Worms. Wie viel dürfen Sie über das aktuelle Theaterstück „GOLD. Der Film der Nibelungen“ schon verraten?

Uwe Ochsenknecht: Da gibt es eigentlich keine großen Geheimnisse mehr. Es wird eine Mischung sein aus Theater und Film. Sehr komödiantisch und ganz anders als alles, was man bis jetzt bei den Nibelungen-Festspielen gesehen hat – aber auch nicht so ausgeflippt, dass keiner versteht, worum es geht. Thema des Theaterstücks ist die Entstehung eines Films über die Nibelungen. Die Zuschauer sind da praktisch live dabei und ich kann ihnen einen wirklich schönen, bunten, lustigen und inspirierenden Abend am Dom versprechen. Das sage ich jetzt nicht einfach so, um die Leute da hinzulocken, sondern aus ehrlicher Überzeugung. Das wird wirklich etwas ganz Besonderes.

EICHBAUM aktuell: Was hat Sie eigentlich am meisten gereizt an diesem Engagement?

Uwe Ochsenknecht: Das waren gleich mehrere Dinge. Zum einen sind die Nibelungen-Festspiele natürlich Kult mit großer Tradition. Allein die Open-Air-Atmosphäre direkt am Dom ist auch für uns Schauspieler ein echtes Erlebnis. Zum anderen habe ich meine Jugend in der Region verbracht und komme immer wieder sehr gern hierher. Und außerdem bin ich seit vielen Jahren mit dem Festspielintendanten Nico Hofmann befreundet, der übrigens auch aus Mannheim stammt. Als der mich anrief und mir von seinen Plänen erzählte, hörte sich das auf Anhieb spannend an. Wir haben mit Nuran Calis einen wunderbaren, sehr kreativen Regisseur, mit Albert Ostermaier ein Ass unter den deutschen Theaterautoren und ein tolles Ensemble.

EICHBAUM aktuell: Die imposante Freiluftbühne am Wormser Dom, auf der Sie zwischen dem 15. und dem 31. Juli an insgesamt 15 Abenden spielen werden, liegt gerade mal zwölf Kilometer Luftlinie von Ihrem Geburtsort Biblis entfernt. Was verbindet Sie heute noch mit der Region?

Uwe Ochsenknecht: Einiges. Meine Schwester zum Beispiel lebt nach wie vor in Mannheim und betreibt im Lindenhof eine Szenekneipe. Die Eltern meiner Freundin wohnen in Zwingenberg. Und ich habe auch noch viele Freunde in der Region, mit denen ich über all die Jahre in Kontakt geblieben bin. Die Nibelungen-Festspiele sind also eine perfekte Gelegenheit für ein Wiedersehen mit Verwandten und Bekannten.

„Ein ehrliches Völkchen: nett, herzlich, aber auch sehr direkt“

EICHBAUM aktuell: Haben Sie bestimmte Lieblingsplätze in der Region, die Sie während Ihres Aufenthalts hier unbedingt besuchen wollen?

Uwe Ochsenknecht: Das werde ich spontan entscheiden. Auswahl habe ich ja genug: Die ganze Kurpfalz ist wunderschön und auch die Gegend drum herum, der Odenwald, die Pfalz. Ich fürchte, die Zeit wird viel zu schnell rumgehen.

EICHBAUM aktuell: Wie oft lässt Ihnen denn Ihr Kalender Freiraum für einen Abstecher in die alte Heimat?

Uwe Ochsenknecht: Leider nicht so oft, wie ich möchte. Freundschaften zu pflegen ist in meinem Beruf generell nicht so einfach. Im Durchschnitt schaffe ich es vielleicht so zwei-, dreimal im Jahr.

EICHBAUM aktuell: Ihre ersten Schritte als Schauspieler gingen Sie bereits in Ihrer Jugend als Komparse am Nationaltheater in Mannheim. Was hat Sie an den Brettern, die die Welt bedeuten, damals am meisten fasziniert?

Uwe Ochsenknecht: Im Grunde dasselbe, was mich heute noch immer fasziniert: Man geht als Schauspieler auf die Theaterbühne und spielt ein Stück kontinuierlich durch. Es gibt keine zweite Chance. Beim Film kann man alles wiederholen, wenn etwas schiefgeht – beim Theater nicht. Man bekommt direkt eine Reaktion vom Publikum.

EICHBAUM aktuell: „Hauptberuflich“ haben Sie zu dieser Zeit das Ludwig-Frank-Gymnasium in Mannheim besucht …

Uwe Ochsenknecht: Ja, aber mit überschaubarem Erfolg. Ich musste zweimal eine Klasse wiederholen, ein drittes Mal war das nicht möglich, dann bin ich halt geflogen. Aber es ist ja trotzdem noch was aus mir geworden.

EICHBAUM aktuell: War das Ende Ihrer Schullaufbahn gleichzeitig der Startschuss für Ihre Schauspielerkarriere?

Uwe Ochsenknecht: Für die Karriere noch nicht, sondern erst mal für die Berufswahl. Was sich daraus entwickeln würde, konnte damals natürlich noch niemand wissen.

EICHBAUM aktuell: Wenn Sie Kollegen oder Fans erklären, woher Sie kommen: Wie beschreiben Sie Land und Leute?

Uwe Ochsenknecht: Ich beschreibe eine traumhafte Gegend mit sehr entspannten Menschen, die eine schöne Melodie in ihrem Dialekt haben. Ein ehrliches Völkchen: nett, herzlich, aber auch sehr direkt.

EICHBAUM aktuell: Gibt es in Ihrem unmittelbaren Umfeld eigentlich jemanden, mit dem Sie kurpfälzisch reden können?

Uwe Ochsenknecht: Immer mal wieder. Ich bin zum Beispiel gut befreundet mit dem Naidoo-Clan. Und auch einige Schauspielerkollegen kommen aus der Gegend. Nina Kunzendorf etwa stammt aus Mannheim oder Ulrich Tukur, der ist in Viernheim aufgewachsen. Wenn wir unter uns sind, wird da schon ganz derber Slang gesprochen.

EICHBAUM aktuell: Sie haben viele Jahre in München gelebt, heute wohnen Sie in Berlin. Die beiden Städte kann man sicherlich nicht als Dürregebiete im Hinblick auf das Bierangebot bezeichnen – kommt es trotzdem manchmal vor, dass Sie die Spezialitäten von Eichbaum vermissen?

Uwe Ochsenknecht: Ist doch klar, das war das erste Bier, das ich in meinem Leben getrunken habe, und das prägt natürlich. Vor allem das UREICH hat es mir angetan. Aber Eichbaum ist für mich auch noch viel mehr als Bier. Ich bin damals auf dem Weg zur Schule jeden Tag an der Brauerei vorbeigefahren. Allein das Logo mit der Eiche und den Blättern ist für mich ein Stück Jugend und ein Stück Heimat.

Eichbaum Aktuell: Herr Ochsenknecht, wir danken Ihnen für das Gespräch.