Familienprojekt Zukunft

EIN TAG MIT THOMAS KEILBACH 
Geschäftsführender Gesellschafter

Es geht voran bei der Privatbrauerei Eichbaum. Der Bau des neuen Hochregallagers auf dem Brauereigelände in der Käfertaler Straße hat in den letzten Wochen sichtbar Fahrt aufgenommen. Stück für Stück schraubt sich die moderne Stahlkonstruktion in die Höhe. Doch die größte Investition der Unternehmensgeschichte ist nicht Thomas Keilbachs einzige Baustelle. So kümmert er sich beispielsweise auch leidenschaftlich um innovative Trendprodukte und das Aufrechterhalten traditioneller Werte. EICHBAUM aktuell begleitete ihn für einen Tag.

Thomas Keilbach ist keiner, der viel Aufhebens um seine Person macht. Er hat großen Respekt vor der Verantwortung, die er als Geschäftsführer für Produktion und Technik und designierter Nachfolger seines Vaters Jochen Keilbach für die Zukunft des Unternehmens und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trägt. Und er ist fest entschlossen, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Der 36-jährige Ingenieur ist 2015 in die Geschäftsleitung eingestiegen. Studiert hat er Elektrotechnik. Thomas Keilbach ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und lebt in Viernheim.

„Ich denke, es ist keine Übertreibung, zu sagen, dass keiner hier so viel Erfahrung hat wie mein Vater.“

Sein Vater, Seniorchef Jochen Keilbach, ist bereits seit fast vier Jahrzehnten mit Eichbaum verbunden. Bereits 1978 trat er ins Unternehmen als technischer Leiter ein. Seither hat er in einer Vielzahl von leitenden Posten Verantwortung getragen, bis er schließlich 2010 zum Inhaber und Geschäftsführer aufgerückt ist. „Ich denke, es ist keine Übertreibung, zu sagen, dass keiner hier so viel Erfahrung hat wie mein Vater“, so Thomas Keilbach. „Er kennt bei der Eichbaum wirklich jeden Keller und jede Rohrleitung. Und ich wäre verrückt, wenn ich seine Erfahrung für meine Arbeit nicht nutzen würde.“

Beim Rundgang auf dem Brauereigelände bewegt sich Thomas Keilbach spürbar auf vertrautem Terrain. Familiär geht es zu im Umgang mit der Belegschaft, man kennt sich und schätzt sich. Nicht ohne Grund, denn die Verbundenheit mit der Brauerei besteht seit Kindestagen. So erinnert er sich noch gut daran, als in den 80er-Jahren die neuen Gärtürme gestellt wurden. Er durfte damals als kleiner Junge im Führerhaus eines Lkw sitzen und zuschauen, wie die mächtigen Tanks installiert wurden. Auch spannende Expeditionen mit dem Vater durch die geheimnisvollen Tiefkeller auf dem Gelände sind in lebhafter Erinnerung. „Eichbaum gehört für mich dazu, seit ich denken kann.“ Dass ihm sein Weg deshalb in die Wiege gelegt war, lässt sich trotzdem nicht sagen.

Zwar hat er vom Vater den technischen Verstand und die Begeisterung für alles Technische geerbt, doch ansonsten war die Eichbaum zunächst einmal nur der Arbeitsplatz des Vaters. Nach einer Ausbildung bei Siemens hat er ein Elektrotechnikstudium in Mannheim absolviert. Erst gegen des Ende Studiums und mit der Übernahme des Traditionsunternehmens Eichbaum durch den Vater rückte der Ort der Kindheit wieder in greifbare Nähe. Das Angebot seines Vaters, die Geschicke des Unternehmens mit ihm gemeinsam zu lenken und die Geschäftsführung später ganz zu übernehmen, hat ihn vor eine Entscheidung gestellt, die er sich nicht leicht macht. Er hat großen Respekt vor der Verantwortung, die mit dieser Position einhergeht, aber er hat auch großen Spaß an seiner Aufgabe. Noch heute ist er dankbar dafür, wie freundlich er von den Kollegen und Mitarbeitern empfangen wurde, als er 2011 ins Unternehmen eintrat.

Neben dem Großprojekt Hochregallager, das im Moment einen erheblichen Teil seiner Zeit in Anspruch nimmt, gibt es jede Menge andere Projekte, die seine Aufmerksamkeit fordern. Zum Beispiel werden zurzeit „Cold Brew“, ein kalt aufgebrühter Kaffee, und ein Kaffeeblatt-Tee entwickelt. Für die innovativen Trendprodukte liegen Anfragen von großen Kaffeeröstern vor und so lotet man gegenwärtig Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus. „Mit dem Kaffeeblatt-Tee Ein Tag mit Thomas Keilbach 13 EICHBAUM aktuel l entwickeln wir eigene Limonadenmischungen. Und ‚Cold Brew‘ werden wir pur anbieten. Beides wollen wir in den nächsten Monaten unter einem eigenen Namen auf den Markt bringen.“ Über einen Mangel an neuen Themen und Herausforderungen kann Thomas Keilbach also ganz sicher nicht klagen. Die Tage sind lang bei Eichbaum und keiner gleicht dem anderen. „Man muss in Bewegung bleiben und auf neue Markttrends schnell reagieren können.

Thomas Keilbach im Gespräch mit Sudhaus-Chef Heiko Bloch

 

„Ich habe mich von Anfang an akzeptiert und deshalb sehr wohl gefühlt.“

Dabei helfen die kurzen und schnellen Entscheidungswege, die wir hier haben, enorm. Sie ermöglichen es uns, Projekte sehr viel schneller zum Erfolg zu bringen, als dies in komplexeren Konzernstrukturen machbar wäre. Bei all dem, was wir tun, ist mir wichtig, dass die handwerkliche Aura des Brauereiwesens, der regionale Charakter und die Qualität im Fokus stehen.“ Gefragt, was Eichbaum für ihn bedeutet, muss Thomas Keilbach nicht lange überlegen. Neben all den technischen und operativen Themen, die ihm im Alltag dazu erst einmal einfallen, steht für ihn Eichbaum auch für ein Gefühl. „Eichbaum ist Familie – weil es für mich schon immer Familie war und das auch bleiben wird. Wir sind und bleiben Eichbaum, das ist unsere Zukunft. Ich hoffe dass, und ich würde mich freuen, wenn das alle Eichbaum-Mitarbeiter so sehen.“